Pilzlexikon

Kleines Lexikon der Pilzkunde

Aminosäuren: Organische Säuren, bei denen ein Wasserstoffatom durch eine sog. Aminogruppe ersetzt ist. Aminosäuren sind die wichtigsten Bausteine der Eiweißkörper.

Anwachsphase: Genannt auch Durchwachs- oder Besiedlungsphase. Der Zeitraum, in dem das Myzel eines Pilzes, ausgehend aus der Brut, den gesamten Nährboden (Substrat) durchwuchert.

Bakterium: Einzelliges Kleinstlebewesen von durchschnittlich 0,001 mm Durchmesser. Bakterien verursachen Krankheit, Gärung und Fäulnis.

Brut: Myzel, das für die vegetative Vermehrung von Pilzen verwendet (vergleichbar mit der Stecklingsvermehrung) und im Interesse einer leichteren Handhabung auf einem Trägermaterial (z.B. Getreidekörner, Stroh) kultiviert und verkauft wird.

Desoxyribonukleinsäure (DNS): Wichtigster Bestandteil der Zellkerne aller pflanzlichen, Tierischen und menschlichen Organismen. Sie trägt die Erbinformationen in codierter Form.

Drüsen: Organe, die Sekrete bzw. Exkrete bilden und diese nach außen (Haut, Schleimhaut) oder nach innen (Blut- bzw. Lympfbahn) angeben.

Enzym: Eine in der lebenden Zelle gebildete organische Verbindung, die den Stoffwechsel des Organismus steuert. Das Enzym geht unverändert aus der Reaktion hervor.

Erntephase: Genannt auch Fruktifikationsphase. Der Zeitraum, in dem Pilze ihre Fruchtkörper bilden, die dann gepflückt werden.

Fermentation:  Umsetzung biologischer Materialien, die durch Enzyme katalysiert wird. Die Enzyme werden entweder aus dem biologischen Material freigesetzt oder durch Mikroorganismen produziert und eingeführt (z.B. Käsebereitung, Silierung, Getränkeherstellung).

Fruchtkörper: Die für den Konsum oder die Selbstmedikation bestimmte Frucht des Pilzes. Der Fruchtkörper enthält die Sporen und besteht bei der klassischen Pilzform aus Hut, Stiel sowie aus der Fruchtschicht (Lamellen oder Röhren) an der Hutunterseite.

Fruchtkörperbildung: Der biologische Vorgang der Entstehung der Pilzfruchtkörper.

Hefe: Pilze, die in der Regel nur als Einzeller vorkommen und sich durch Sprossung oder Spaltung vermehren.

Homöopathie: Heilverfahren, bei dem die Kranken mit solchen Mitteln in hoher Verdünnung behandelt werden, die in größerer Menge bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufen.

Hyphe: Feiner Pilzfaden von wenigen Mikron Durchmesser.

Ingredienz: Zutat, Bestandteil einer Arznei oder Rezeptur.

Leukozyten: Weiße Blutkörperchen

Myzel: Dichtes Geflecht aus Pilzfäden, bei künstlich angelegten Pilzkulturen meistens mit bloßen Augen gut erkennbar. Das Myzel der Kulturspeisepilze ist weiß. Weiß ist auch das Myzel der meisten, in Pilzkulturen unerwünschten Konkurrenzpilze. Sie bilden jedoch rasch in großen Mengen Sporen aus, die deren Myzelkolonie grün, grau oder rot erscheinen läßt.

Phagozyten: Weiße Blutkörperchen, die eingedrungene Fremdstoffe, besonders Bakterien, aufnehmen, auflösen und unschädlich machen.

Polysaccharid: Vielfachzucker, der aus Großmolekülen besteht. Die Großmoleküle sind aus zahlreicher Molekülen einfacher Zucker aufgebaut.

Primordium: Kleiner, mit dem bloßen Auge gerade erkennbarer Fruchtkörperansatz.

Rhizom: Wurzelstock von Pflanzen, Erdsproß mit Speicherfunktion für Nährstoffe

Rhizomorphen: Myzelstränge mit wurzelähnlichem Aussehen. Sie dienen dem Wasser- und Nährstofftransport der Pilze.

Ribonukleinsäure (RNS): Wichtiger Bestandteil des Kerneinweißes der Zelle.

Saprophyten: Organismen, die sich von toter organischer Substanz ernähren.

Schwächeparasit: Pilze, die nur geschwächte, vorgeschädigte Wirte befallen.

Sklerotium: Hartes Pilzfadengeflecht, dient als Dauerform für mancher Schlauchpilze (Ascomyceten).

Spicken: Einbringen der Brut in den Nährboden, genannt auch Beimpfen.  Dadurch wird eine neue Pilzkultur etabliert.

Sporen: Vermehrungsorgane der Pilze von wenigen Mikron Größe. Sporen sind von der Funktion her vergleichbar mit den Samen der Pflanzen. Sporen werden in sehr großer Zahl in der Fruchtschicht des Fruchtkörpers gebildet. Niedere Pilze, zu ihnen gehören die meisten Konkurrenzorganismen in den Pilzkulturen, bilden auf dem Myzelrasen ihre Sporen.

Substrat: Nährboden, Unterlage für die Pilzkultivierung (Holz, Stroh, Kompost u.a.).

Tinktur: Dünnflüssiger Auszug aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen. Eine Tinktur wird meistens mit Alkohol hergestellt.

Tonikum: Stärkungsmittel, Kräftigungsmittel.

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