Kennen Sie den Maitake?

Beschreibung des Maitake

Wenn man bei Pilzen über Mimikry, einer dem Selbstschutz dienenden Anpassungsgabe sprechen kann, so verfügt der Maitake (Grifola frondosa) über diese Eigenschaft. Wie beschreibt ihn doch Dr. Hermann Jahn in seinem Werk “Pilze, die an Holz wachsen”: “Der Maitake  Der Maitake besteht aus zahlreichen, einander überlappenden Einzelhüten, die rußfarbig, braungrau und ziemlich zerklüftet sind.(zu Deutsch Klapperschwamm) mit seinen vielhütigen Fruchtkörpern erregt bei Pilzsammlern immer wieder Aufsehen, wenn er im Herbst am Fuß alter Eichen erscheint. Seine graubraunen Hüte heben sich wenig von der Umgebung ab, oft entdeckt man ihn erst, wenn man dicht neben ihm steht”. Der Fruchtkörper des Maitake gleicht einem kleinen, belaubten Busch und besteht aus zahlreichen, einander überlappenden Einzelhüten, die rußfarbig, braungrau und ziemlich zerklüftet sind.  Er kann 40-50 cm hoch werden, erreicht ein Gewicht von bis zu 15 kg, lebt mehrere Jahrzehnte und fruchtet von August bis Oktober. Man findet den Maitake neben Eichen an Edelkastanien und gelegentlich auch an Rot- und Weißbuchen. Eigentlich wird er für einen Baumparasit gehalten, obwohl er auch an den Stubben gefällter Bäume noch jahrelang regelmäßig auftritt. Über das Wurzelsystem des Wirtsbaumes treibt er sein Myzel voran und befällt auch die Wurzeln benachbarter Bäume. So kommt es vor, dass die Fruchtkörper des Maitakes weit vom Stamm entfernt erscheinen.

 

Kulturgeschichte

Gerade die Unauffälligkeit des Maitakes dürfte ein Grund dafür gewesen sein, dass fündig gewordene Sammler im alten China und Japan den Legenden zufolge Freudentänze aufführten, umso mehr, weil ihre Beute wertvoll war wie Silber. Deshalb wohl nennt man ihn in Japan tiefsinnig “Maitake“, was “tanzender Pilz” bedeutet. Dieser Name hat sich inzwischen weltweit durchgesetzt.

Nahrungsergänzungsmittel Maitake Plus

Eine weitere Bezeichnung “Kumotake” heißt soviel wie ein “Schwarm von Pilzen”, was auf den büschelförmigen Fruchtkörper durchaus zutrifft. Man nennt ihn auch noch das “Huhn am Holz” oder der “Tanzende Schmetterlingspilz”. Jedenfalls galt er als derart wertvoll, dass seine Fundstellen streng geheim gehalten wurden und erfolgreiche Sammler selbst ihren Familienangehörigen nichts davon verrieten.

Obwohl der Maitake nicht allzu rar ist und in Europa, Nordamerika sowie Ostasien gleichermaßen vorkommt, scheint das natürliche Aufkommen den Bedarf bei weitem nicht mehr abzudecken. Dies gilt jedoch nur für Ostasien, insbesondere für Japan. Man nahm ihn dort deshalb in Kultur.

Die Weltproduktion betrug im Jahre 1990 bereits 7.000 Tonnen. Sie erhöhte sich bis 1994 um mehr als 100 % auf 14.200 Tonnen. Davon wurden allein in Japan etwa 98 % erzeugt. Es ist schwer, über die heutige Weltproduktion des Maitakes zuverlässige Daten zu erhalten. Sie wird zurzeit auf jährlich 135.000 Tonnen geschätzt. Fest steht jedenfalls, dass die Produktionssteigerung voranschreitet. Das beweist eine statistische Angabe aus der Volksrepublik China, wo 2003 allein schon 24.900 Tonnen des Pilzes erzeugt wurden. Es ist ebenfalls unbestritten, dass Ostasien nach wie vor die Hochburg der Maitake-Kultivierung ist, während im Westen bisher nur minimale Mengen erzeugt werden. Diese Situation könnte sich aber künftig ändern, nachdem Kultivierungsversuche in den USA, Deutschland und Ungarn durchaus erfolgreich waren. In unserem Institut haben wir, in Kooperation mit einem Partner aus Ungarn, 26 Maitake-Isolate in Kultur genommen. Viele von ihnen stammten aus Fruchtkörpern, die wir aus verschiedenen Teilen Deutschlands erhalten haben. Nicht alle, doch viele dieser Isolate haben gefruchtet. Das beste Isolat brachte es sogar auf die respektable biologische Effizienz von über 27 % (Gewicht der geerntete Pilze, bezogen auf die Trockenmasse des eingesetzten Substrates).

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Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley – Internet: www.lelley.de

Referenz bei Wikipedia – Maitake

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