Der Schopftintling

Beschreibung

Die Gattung der Tintlinge, der auch der Schopftintling (Coprinus comatus) angehört, umfasst in Mitteleuropa mehr als 100 Arten. Tintlinge treten auf fettem, gedüngtem Boden, Gartenland, Weiden und Wiesen, am Wegesrand und auch im Wald auf. Der 4-14cm hohe und 3-6cm breite weiße SchopftintlingDer Schopftintling hat einen Hut, der im Jungstadium zylindrisch, eiförmig bis kugelig, 4-14 cm hoch und 3-6 cm breit, weiß und filzig schuppig ist. Im späteren Entwicklungsstadium rollt sich der Hut vom Rand her glockig auf, wird schwarz und zerfließt. Es handelt sich um einen Selbstauflösungsprozess (Autolyse), bei dem eine von den reifen Sporen schwarz gefärbte tintenähnliche Flüssigkeit entsteht. Der Selbstauflösungsprozess ist temperaturabhängig, in der warmen Jahreszeit geht er schnell vonstatten.

Die Lamellen des Schopftintlings sind anfangs weiß, später vom Hutrand her purpurrosa, dann braun und schließlich schwarz, zerfließend. Der Stiel ist hohl, schlank, 10- 20 und mehr cm hoch, weiß und besitzt nahe der Basis einen schmalen, beweglichen Ring. Das Fleisch ist weiß und fest. Er ist von Mai bis November zu finden.
Der junge Schopftintling als guter Speisepilz
Der Schopftintling wird uneingeschränkt als sehr guter Speisepilz mit feinem Geschmack eingestuft. Die jungen Schopftintlinge haben einen vorzüglichen Geschmack. Mehrere Autoren bezeichneten den gastronomischen Wert des Schopftintlings als exzellent und setzten ihn mit so begehrten Arten, wie Speisemorchel, Kaiserling und Steinpilz gleich.

Herkunft

Der Schopftintling mit weißem ei- bis kugelförmigen HutIn Deutschland hat man schon kurz nach Ende des Weltkrieges in Erwägung gezogen, den Schopftintling in Kultur zu nehmen. Aber die ersten Anbauversuche ließen aus unerklärlichen Gründen bis Mitte der 70er Jahre auf sich warten. Als Pionier auf diesem Gebiet gelten Wissenschaftler und Praktiker in der früheren DDR, vornehmlich an der VEG-Champignonzucht in Dieskau bei Halle. Die brachten schließlich den Schopftintling unter der Bezeichnung „Spargelschopf“ auf den Markt.
Nach Bekannt werden dieser Arbeiten begannen sich Wissenschaftler auch in der CSSR, Ungarn, Bundesrepublik Deutschland, in den Niederlanden und den USA mit dem Anbau des Schopftintlings zu beschäftigen. Die bisher vorliegenden Erkenntnisse reichten aus, um den Schopftintling in großtechnischen Maßstab erfolgreich zu kultivieren.
Allerdings kann man, wie durch die oben bereits erwähnte Autolyse der Fruchtkörper, vollentwickelte Pilze, selbst wenn sie kühl gelagert werden, nicht frisch vermarkten. Das Risiko, dass ein Teil von Ihnen schon nach 48 Stunden in Autolyse übergeht, ist groß. Deshalb wird der Schopftintling hauptsächlich von Liebhabern kultiviert, die die Ernte schnell verwerten oder die Pilze – damit kann die Autolyse verhindert werden- blanchieren und einlegen.

Wichtige Inhaltstoffe im Schopftintling

Der Fruchtkörper enthält 8-13 % Trockensubstanz. Die Trockensubstanz besteht zu 22-38 % aus Eiweiß, in dem bis zu 20 freie Aminosäuren nachgewiesen werden konnten. Der Kohlenhydratgehalt kann bis zu 50 % der Trockenmasse erreichen. Der Ballaststoffgehalt schwankt zwischen 13 und 49 %. 1-5 % Fett und 7-11 % Rohasche konnten im Schopftintling ebenfalls nachgewiesen werden. Beachtlich sind schließlich sein Mineralstoffgehalt und der Gehalt an Vitaminen des B-Komplexes.

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Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley – Internet: www.lelley.de

Referenz bei Wikipedia – Schopftlintling

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