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Der Maitake

Wenn man bei Pilzen über Mimikry, einer dem Selbstschutz dienenden Anpassungsgabe sprechen kann, so verfügt der Maitake (Grifola frondosa) über diese Eigenschaft. Wie beschreibt ihn doch Dr. Hermann Jahn in seinem Werk "Pilze, die an Holz wachsen": "Der Maitake mit seinen vielhütigen Fruchtkörpern erregt bei Pilzsammlern immer wieder Aufsehen, wenn er im Herbst am Fuß alter Eichen erscheint. Seine graubraunen Hüte heben sich wenig von der Umgebung ab, oft entdeckt man ihn erst, wenn man dicht neben ihm steht". 

Der Maitake besteht aus zahlreichen, einander überlappenden Einzelhüten, die rußfarbig, braungrau und ziemlich zerklüftet sind.

Diese Unauffälligkeit dürfte vielleicht ein Grund dafür gewesen sein, dass fündig gewordene Sammler im alten China und Japan den Legenden zufolge Freudentänze aufführten, umso mehr, weil ihre Beute wertvoll war wie Silber. Deshalb wohl nennt man den Maitake in Japan tiefsinnig "Maitake", was "tanzender Pilz" bedeutet. 

Der Fruchtkörper des Maitakes gleicht einem kleinen, belaubten Busch und besteht aus zahlreichen, einander überlappenden Einzelhüten, die rußfarbig, braungrau und ziemlich zerklüftet sind.  Er kann 40-50 cm hoch werden, erreicht ein Gewicht von bis zu 15 kg, lebt mehrere Jahrzehnte und fruchtet von August bis Oktober. Man findet ihn neben Eichen an Edelkastanien und gelegentlich auch an Rot- und Weißbuchen. 

Obwohl der Maitake nicht allzu rar ist und in Europa, Nordamerika sowie Ostasien gleichermaßen vorkommt, scheint das natürliche Aufkommen den Bedarf bei weitem nicht mehr abzudecken. Dies gilt jedoch nur für Ostasien, insbesondere für Japan. Man nahm ihn dort deshalb in Kultur. Die Weltproduktion vom Maitake betrug im Jahre 1990 bereits 7.000 Tonnen. Sie erhöhte sich bis 1994 um mehr als 100 % auf 14.200 Tonnen. Heute liegt das Produktionsvolumen um ein mehrfaches höher.

Artikel im GAMU-Blog - Kennen Sie den Maitake?