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Warum kann man Pfifferlinge und Steinpilze (noch) nicht kultivieren?

Jeder, der sich mit Pilzanbau beschäftigt, fragt sich irgendwann, ob man denn nicht auch so begehrte Arten wie Pfifferlinge oder Steinpilze kultivieren kann. Man muss diese Frage nach heutigem Kenntnisstand mit einem klaren „Nein“ beantworten.

Pilze wie Pfifferling und Steinpilz gehören zu den so genannten Mykorrhizapilzen. Als Mykorrhiza bezeichnet man die Lebensgemeinschaft, die sich zwischen Pflanzen und Pilzen entwickelt. Den Begriff Mykorrhiza hat der Berliner Botanikprofessor Frank im Jahre 1885 geprägt. Mykorrhiza bedeutet „Pilzwurzel“. In der Phase des Myzelwachstums können Mykorrhizapilze wie andere Pilze leben. Aber zur Fruchtkörperbildung benötigen sie zwingend einen geeigneten Lebenspartner.

 

 

Aufbau eines PilzDie verschiedenen Formen der Lebensgemeinschaft

Es gibt verschiedene Formen dieser Lebensgemeinschaft, auch Symbiose genannt. Manche Großpize, wie auch die oben genannten Pfifferling und Steinpilz, und darüber hinaus noch einige andere, gehen speziell mit Bäumen eine Symbiose ein. Diese nennt man Ektomykorrhiza. Andere Pilze, besonders mikroskopisch kleine, führen mit krautigen Pflanzen eine Lebensgemeinschaft (Endomykorrhiza). Es ist wichtig zu wissen, dass die Mykorrhiza für beide Partner große Vorteile bringt:

Der Pilzpartner kann das Erdreich mit seinem feinen Geflecht intensiver durchdringen als die Pflanze mit ihren um ein mehrfaches dickeren Feinwurzeln. Nunmehr übernimmt der Pilz die Rolle der Feinwurzeln und beliefert seinen Baumpartner mit Wasser und Bodenmineralien, insbesondere mit Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelementen. Er kann diese Nährstoffe viel besser und aus größerer Entfernung besorgen. Im Gegenzug erhält der Pilz von seinem Pflanzenpartner organische Nährstoffe, insbesondere Kohlenhydrate, welche die Pflanze durch Assimilation gebildet hat.

 

 

Deshalb kann man Pfifferlinge und Steinpilze noch nicht kultivieren

Der für die Kultivierung entscheidende Punkt ist, dass Mykorrhizapilze – wie bereits gesagt - zwingend den Baumpartner benötigen um zu fruchten. Anstrengungen, diese Pilze auch ohne Symbiosepartner zur Fruchtkörperbildung zu veranlassen, blieben bisher erfolglos.

Aber auch Mykorrhizapilze finden ihre Anwendung, wenn auch nicht als Speisepilz. Da ihr Myzel im Laboratorium vermehrt werden kann und wir inzwischen Methoden haben z.B. die Wurzeln junger Bäume gezielt mit solchen zu kontaktieren und dadurch die Lebensgemeinschaft herzustellen, nützen uns diese Pilze in der Forstwirtschaft und im Schutz alter liebenswerter Bäume außerordentlich. Mit Mykorrhizapilzen kontaktierte Bäume wachsen schneller und sind gesünder.

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