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Reishi und Shiitake im eigenen Garten kultivieren - Teil 1

Reishi und Shiitake wachsen in der Natur auf totem Holz. Sie sind sogenannte Holzbewohner. Dementsprechend könne beide im Garten kultiviert werden, wobei man nur die Natur nachahmen muss.

Mit Frühlingsbeginn fängt die Arbeit im Garten an. Jetzt ist die richtige Zeit, auch eine Pilzkultur anzulegen. Allerdings erwarten Sie bitte nicht, dass Sie Ihren möglichen Bedarf an Shiitake und Reishi allein durch diese Gartenkultur werden decken können, da beide Pilze im Freien recht langsam wachsen. Dennoch ist es eine interessante Beschäftigung diese wertvollen Pilze zum Wachsen zu bringen und eine tragende Shiitake und Reishi Kultur kann zum „Hingucker“ im Garten werden.

Folgende Holzunterlagen kommen für den Anbau in Betracht:

 

Der Reishi wächst auf Buche, Eiche, Birke und Erle am besten. Für seinen Anbau als Freizeitbeschäftigung sollten 40-50 cm lange und 15 bis 20 cm dicke Holzabschnitte verwendet werden.

Für den Anbau des Shiitake als Freizeitbeschäftigung sollten 100-120 cm lange und 8-20 cm dicke Holzabschnitte hauptsächlich der Traubeneiche und der Buche verwendet werden.

Die Vorgehensweise ist bei beiden Arten identisch. Auf die hier und da bestehenden geringfügigen Unterschiede wird an der passenden Stelle hingewiesen.

 

 

Shiitake KultivierungQualität der Holzunterlage ist entscheidend

 

Es ist äußerst wichtig, dass das verwendete Holz feucht ist (50 bis 70 % Wassergehalt) und keine Spuren von Konkurrenzpilzen aufweist. Zahlreiche, vielfach ungenießbare holzbewohnende Pilze gedeihen ebenfalls auf geschlagenen, abgestorbenen Baumstämmen. Je älter diese sind, umso mehr Arten haben sich angesiedelt. So ist es  leicht nachvollziehbar, dass in Holzunterlagen, die bereits von anderen Pilzarten besiedelt sind, Reishi und Shiitake auf erbitterte Konkurrenz treffen, eine Konkurrenz die um Platz und Nährstoffe kämpft.

Die Regel ist, dass ein für den Reishi und Shiitake vorgesehener Holzstamm maximal 4 bis 5 Monate alt sein sollte. Wir raten von der Verwendung ganz frischen Holzes ebenfalls ab. In frisch geschlagenem Holz sind die natürlichen Abwehrstoffe des Baumes noch aktiv, die das Wachstum der Kulturpilze, die wie bereits erwähnt nur in totem Holz leben, hemmen könnten. Am besten ist es, wenn das Holz mindestens 6 Wochen und höchstens 5 Monate alt ist.

 

 

Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt des Fällens

 

Auch der Zeitpunkt, an dem der Baum gefällt wird, spielt in Bezug auf die Holzqualität eine wichtige Rolle. Den größten Kulturerfolg hat man mit Hölzern, die in der kalten Jahreszeit, von November bis Ende Februar gefällt worden sind. Stand der Baum zum Zeitpunkt des Fällens im Saft, verliert er danach bald die Rinde. Dieser Umstand ist ausgesprochen nachteilig, da so das Holz  leichter austrocknet. In trockenem Holz kommt aber das Wachstum von Reishi und Shiitake zum Stillstand. Trockenheit kann sogar zum frühzeitigen Absterben der Pilzkultur führen.

Es kann vorkommen, dass das Holz nach dem Fällen des Baumes länger als erforderlich liegen bleiben muss. Da aber die Holzqualität für das Gelingen einer Pilzkultur von entscheidender Bedeutung ist, müssen auch bei der Lagerung einige Regeln genau beachtet werden.

Lagert man das Holz im Freien, wo es durch Niederschläge nass wird, kann man das Auftreten von Konkurrenzpilzen kaum vermeiden. Wird das Holz dagegen geschützt, z.B. unter einem Dach, gelagert, trocknet es aus. Fällt der Feuchtigkeitsgehalt unter 50 %, eignet es sich nicht mehr so gut für eine Pilzkultur. Dafür ist die Gefahr viel kleiner, dass sich in ihm Konkurrenzpilze einnisten.

Wir möchten nach Abwägung aller Vor- und Nachteile dazu raten, die Hölzer für eine Reishi oder Shiitake Kultur – wenn einmal erforderlich – stets geschützt zu lagern, und zwar unabhängig davon, wie lange die Lagerung dauert. Es ist nämlich leicht und risikolos, ausgetrocknete Hölzer unmittelbar vor ihrer Verwendung schnell auf den nötigen Feuchtigkeitsgehalt zu bringen.

 

So gelingt Ihnen die Kultivierung des ReishiSo befeuchten Sie ihr Holz richtig

Bevor man jedoch mit der Wiederbefeuchtung des Holzes beginnt, sollte man sich davon überzeugen, ob sie überhaupt notwendig ist.

Die Holzfeuchtigkeit wird am einfachsten mit der sogenannten „Handprobe“ getestet. Dazu schneidet man mit einer Säge einige Scheiben von den Hölzern ab, nimmt eine Portion vom Sägemehl sowie von den Spänen in die Hand und drückt die Mischung mit mäßigem Druck zusammen. Fällt der Klumpen nach dem Öffnen der Hand sofort auseinander, ist das Holz zu trocken und seine Befeuchtung ist unumgänglich. Klebt der Klumpen jedoch zusammen, reicht die Feuchtigkeit für eine Kultur von Reishi oder Shiitake völlig aus.

 

Man kann zu trockene Hölzer auf zweierlei Weise befeuchten:

  • Sie werden für 2 bis 3 Tage in einen geeigneten, mit Wasser gefüllten Behälter gelegt und so beschwert, dass sie während der ganzen Zeit unter Wasser bleiben.
  • Sie werden im Garten am Boden auf einen Haufen gelegt und eine Woche lang täglich 2 bis 3 Stunden lang beregnet.

 

Meistens wird das Holzmaterial in längeren Stücken geliefert, als es für die Pilzkultivierung erforderlich ist. Das Zersägen der Holzscheite auf die notwendige Länge sollte man in jedem Fall unmittelbar vor der Beimpfung durchführen. Dabei empfiehlt es sich, zuerst von jedem Holzscheit an beiden Enden eine 3 bis 4 cm dicke Scheibe abzuschneiden. Diese Scheiben werden nicht verwendet. Der Befall durch Konkurrenzpilze erfolgt nämlich häufig an den Stirnseiten der Holzstämme. Das Abschneiden ist also eine reine Vorsichtsmaßnahme.

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