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Reishi, kennen Sie den Reishi?

Reishi ist die japanische Bezeichnung eines Pilzes, der zu Deutsch Glänzender Lackporling heißt. Zugegeben, die deutsche Bezeichnung ist lang und umständlich, man kann sie sich nur schwer merken. Deshalb verwundert es nicht, dass sich die Bezeichnung Reishi auch hierzulande durchgesetzt hat.

Der flache Frustkörper des Reishi ist eher holzig hart und nach unserem Gemackt für den Konsum eher weniger geeignet.

Beschreibung in Deutschland schon vor mehr als 100 Jahren

Dabei ist Reishi ist auch in Deutschland heimisch. Der bekannte Mykologe Edmund Michael beschrieb ihn in seinem Werk „Führer für Pilzfreunde“, Band 3, bereits im Jahre 1905 wie folgt: „Der seitlich gestielte Hut, der aus den Baumstämmen herauswächst, ist korkig, zuletzt holzig, meist nierenförmig oder verschieden rundlich, sogar kolbig gestaltet und ist etwas runzlig. Anfangs sind Stiel und Hut hellgelb, dann werden sie rötlich-braun bis schwarzbraun und sehen wie lackiert aus.“ Er gedeiht in Auenwäldern, Eichen-Hainbuchenwäldern, in trockenwarmen Eichenwäldern, auch in Parks und Gärten, an abgestorbenen Stümpfen und am Fuß lebender Bäume. Er ist ein echter Holzbewohner und lebt überwiegend saprophytisch. Mit anderen Worten, er bevorzugt das abgestorbene Holz verschiedener Baumarten wie Erle, Birke, Buche, Kirsche und Eiche. Manchmal findet man ihn auch an toten Lärchen und Kiefern.

Selbst Mykologen verwechseln den Reishi

Nahrungsergänzungsmittel aus dem Reisbi nach Prof. Dr. LelleyDer Reishi ist zwar hierzulande nicht häufig, aber auch nicht rar. Wir starteten eine in der Fachpresse angekündigte Aktion mit dem Ziel, von möglichst vielen Standorten in Deutschland Fruchtkörper von ihm zu bekommen, um für Forschungszwecke sterile Myzelkulturen anlegen zu können. Als Ergebnis dieser Aktion haben wir im Jahr 2006 insgesamt 34 Einsendungen erhalten. Es hat sich jedoch bei der näheren Untersuchung und bei den anschließend durchgeführten Kultivierungsversuchen herausgestellt, dass mehrere der eingesandten Fruchtkörper artfremd waren. Die Sammler haben den ähnlich aussehenden Fichtenporling (Fomitopsis pinicola) mit ihm verwechselt. Die Verwechselung wurde augenfällig, als in den Kulturen die vermeintlichen Reishi Fruchtkörper weiße Sporen abwarfen, statt dem für diesen Pilz charakteristischen braunen Sporenmuster.

Seine manchmal skurrile Form beflügelt die Phantasie

Im Jungstadium sieht Reishi wie ein rötlicher Finger aus, der aus dem Substrat ragt, immer länger wird, sich manchmal verzweigt und am Ende schließlich einen mehr oder weniger großen, tellerförmigen Hut bildet. Ausbildung und Gestalt der Fruchtkörper wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Einer von ihnen ist offenbar der Standort. Einsendungen aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands haben bei identischen Kulturbedingungen unterschiedlich große und geformte Fruchtkörper hervorgebracht. Auch der Ertrag schwankte. Temperatur und Licht sind weitere Faktoren, die auf den Reishi-Fruchtkörper Einfluss haben. Bei Kälte entstehen hirschgeweihförmige, verästelte Pilze, ohne den charakteristischen Hut. Dieser bildet sich, wenn es mehr als 22–24 °C warm ist. Die Fruchtkörper wachsen aufs Licht zu. Sie zeigen, ähnlich wie die meisten Pflanzen, positiven Phototropismus. Das oft auffällige, manchmal geradezu skurrile Aussehen von Reishi Kulturen veranlasste den bekannten belgischen Mykologen Prof. Josef Poppe dazu, den Pilz als Dekoration für Blumenarrangements zu verwenden. Diesem Beispiel folgend haben wir mit ganzen Kulturen, die mehrere Fruchtkörper trugen, Blumentöpfe bestückt. Solche Dekorationen wurden von Besuchern unseres Institutes stets bewundert und gerne gekauft.

Das Fleisch vom Reishi ist holzig hart. Nach unserem Geschmack ist er für den Konsum weniger geeignet. Man verzehrt ihn deshalb in Deutschland getrocknet, geraspelt oder pulverisiert, ferner als Extrakt, der aus dem Heißwasserauszug des pulverisierten Pilzes hergestellt wird. Aber anderswo, wie z.B. in China, werden seine jungen Fruchtkörper, mit dem noch weichen, weißen Rand, auch als Gemüse konsumiert.

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Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley - Internet: www.lelley.de

Referenz bei Wikipedia - Reishi

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