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Die Geschichte der Pilze - Teil 4

Blickt man hinüber nach Asien erfährt man, dass manche Pilze auch dort schon seit langer Zeit beliebt und begehrt waren. Zu den besonders begehrten gehört der Reishi, dessen Kulturgeschichte auf mehr als 3.000 Jahre zurückreicht.

Etwa im 3. Jahrhundert v. Chr. hat sich in China schließlich der Kult entwickelt, ein Elixier für die Unsterblichkeit, oder zumindest für die Verlängerung des Lebens zu nehmen. Ein Pilz namens „chih“, den man als wichtigen Bestandteil des Elixiers rühmte, kam bereits in den frühesten Aufzeichnungen der chinesischen Alchemie vor, nämlich der Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum), genannt auch Ling zhi und Reishi.

Shiitake Kultivierung auf KnüppelholzAuch den Shiitake (Lentinula edodes), der in Ostasien beheimatet ist, kennt man seit etwa 2.000 Jahren. Selbst der Anbau vom Shiitake hat in China schon vor mehr als 1.000 Jahren begonnen. Das berichtet jedenfalls der chinesische Gelehrte Wang Cheng in seinem „Buch der Landwirtschaft“, das um Jahre 1313 erschienen ist.

Inzwischen hat sich der Shiitake, zusammen mit dem Kulturchampignon und dem Austernpilz, zu einem der weltweit wichtigsten Kulturpilze entwickelt. Allein in der Volksrepublik China werden alljährlich mehr als 2 Mio. Tonnen Shitake angebaut.

Ein weiterer wichtiger Nutzpilz, der in Ostasien ebenfalls seit Jahrhunderten von Bedeutung ist, wird Maitake (Grifola frondosa) genannt, ein japanisches Wort, das als der „tanzende Pilz“ interpretiert wird. Auch einen deutschen Namen gibt es für den Maitake: Klapperschwamm. Tanzen tut der Maitake natürlich nicht, aber es wird berichtet, dass diejenigen, die ihn in der freien Natur gefunden haben, tanzten vor Freude, galt doch der Maitake so wertvoll wie Silber. Und wenn man bedenkt, dass er Fruchtkörpertrauben bildet, die 10-15 kg schwer seien können, ist es leicht nachvollziehbar, dass ein glücklicher Finder finanziell zunächst ausgesorgt hat.

Inzwischen wird auch der Maitake kultiviert und deshalb ist sein Wert entsprechend gesunken. Obwohl in Japan, wo auf dem Markt frische, junge Fruchtkörper erhältlich sind,  gilt er als einer der beliebtesten Speisepilze. Auch im Westen gibt es inzwischen Fans von Maitake-Gerichten.

Der 4-14cm hohe und 3-6cm breite weiße SchopftintlingNochmals zurück nach Europa, wo wir uns aus der Fülle der verfügbaren Informationen über die Geschichte der Pilze jetzt noch den Schopftintling (Coprinus comatus) zuwenden. Ein ausgezeichneter Speisepilz, würde ihm nicht der Verdacht anhaften, dass er unter bestimmten Umständen unangenehm, ja sogar giftig sein kann. Nämlich, wenn man mit der Pilzmahlzeit oder danach ein Glas Wein oder Bier trinkt. Oft wird er deshalb „ zumindest als suspekt“ bezeichnet.

Es handelt sich dabei jedoch um eine Verwechslung, die über Generationen hinweg ungeprüft weitergegeben und auch veröffentlicht wurde. Verwechselt wurde der Schopftintling mit dem Grauen Faltentintling (Coprinus atramentarius), der ebenfalls ein guter Speisepilz ist. Wenn man jedoch nach seinem Verzehr Alkohol trinkt, selbst nur in mäßigen Mengen, tritt nach ein bis zwei Stunden eine Rötung des Gesichts ein, die allmählich in violett übergeht und sich über den Nacken und einen großen Teil des Körpers ausbreitet, während die Nasenspitze und Ohrläppchen blass bleiben. Damit gehen Hitzegefühl, Herzklopfen, Pulsbeschleunigung großer Durst, Schwierigkeiten beim Sprechen und Schwäche einher.

Diese Anzeichen klingen nach wenigen Stunden ab, sie treten jedoch, wenn auch abgeschwächt, nach einem erneuten Alkoholgenuss am Folgetag wieder auf. Diese Wirkung wird auch als der „Antabus-Effekt“ bezeichnet.

All dies trifft für den Schopftintling nicht zu. Er wird uneingeschränkt als vorzüglicher Speisepilz eingestuft. Mehrere Autoren bezeichnen den gastronomischen Wert des Schopftintlings als exzellent und setzen ihn mit so begehrten Arten wie die Speisemorchel, der Kaiserling und Steinpilz gleich.

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