gamu.de trägt das Trusted Shops Zertifikat mit Käuferschutz. Mehr...

Die Geschichte der Pilze - Teil 3

Im Mittelalter war in Europa, wie so vieles andere, auch die Pilzkunde in Vergessenheit geraten. Man betrachtete die Pilze als „Männlein im Walde“, als „Teufelsschöpfung“, „Teufelszeug“, „Teufelsduwak“.

Dem Heiligen Petrus, dessen Festtag am 29. Juni ist, schrieb man zu, dass er Schwammsamen sät. Dasselbe vermutete man auch vom Heiligen Sankt Veit, der an seinem Festtag, am 15 Juli, in der Nacht auf einem blinden weißen Pferd durch die Wälder reitet.

Den Ring den kreisförmig wachsende Pilze bilden bezeichnet man auch heute noch als HexenringVon den kreisförmig wachsenden Pilzen meinte man, sie bilden den Hexenring (übrigens eine bis in die heutige Zeit erhaltene, mittlerweile in der Mykologie gebräuchliche Bezeichnung). Solche Kreise hielt man für nächtliche Vergnügungsstätten von Schwammgeistern, Elfen und Hexen.

Selbst berühmte Gelehrte des Mittelalters haben die Kenntnis des Altertums über Pilze kaum erweitert. Vielmehr war für sie die Kritiklose Übernahme alter Überlieferungen charakteristisch. Naturforscher wie Paracelsus, Albertus Magnus und die Heilige Hildegard von Bingen kannten die Pilze, sie haben auch einige beschrieben, doch im Wesentlichen vertraten sie die Meinung, dass Schwämme und Trüffel weder Pflanzen noch Tiere noch Samen sind, sondern überflüssige Feuchtigkeiten der Erde der Bäume und fauler Dinge, die am Häufigsten durch Regen und Donner entstehen.

Selbst die Autoren der berühmten Kräuterbücher im 16. Und 17. Jahrhundert wie Hieronymus Bock, Peter Melius, Adamus Lonicerus und andere schlossen sich dieser Meinung an.  Doch in ihren Beschreibungen über Pilze sind auch schon erste Anzeichen selbstständiger Beobachtungen, ja sogar Experimenten, zu erkennen.

Pilzsporen, die Vermehrungsorgane der Pilze, wurden zum ersten Mal von dem Italiener Giambattista della Porta (1538-1615) im Jahre 1588 beobachtet. Als Begründer der wissenschaftlichen Pilzkunde wird der italienische Naturforscher Peter Anton Micheli (1679-1737) angesehen. Das erste umfassende Werk über Pilze erschien allerdings in Ungarn und wurde im Jahre 1601 von dem französischen Naturforscher Clusius unter dem Titel „Rariorum plantraum historia fungorum“ verfasst. Das Werk von Peter Anton Michelis „Nova plantarum genera“ erschien mehr als 100 Jahre später, erst in 1720. Darin beschrieb er, mit Abbildung, viele Arten, unter ihnen mehr als 200 essbare Pilze.

Wenn Ihnen dieser Eintrag gefallen hat, freun wir uns über eine Sternbewertung und einen Share oder Tweet:

Wertung: 4.8 von 5 Sternen

4 Bewertungen

Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Dann abonnieren Sie den GAMU-Blog!
Damit sind Sie immer auf dem neuesten Stand.

Wenn Ihnen dieser Eintrag gefallen hat, freun wir uns über eine Sternbewertung und einen Share oder Tweet:

Kommentare